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Grüße von Pater Pedro

veröffentlicht um 09.02.2014, 07:08 von Bärbel Lange   [ aktualisiert: 15.05.2014, 00:20 ]

Dankesbrief von Pere Pedro Opeka aus Madagaskar.

 

Liebe Partner und Freunde!

Euch allen, die uns während der so vielen Jahren treu begleiten, herzlichen Dank! Danke, dass Sie uns so treu beistehen in diesem Abenteuer zur Verteidigung der menschlichen Würde! In diesem Jahr feiern wir das 25. Jubiläum unserer Bemühungen um Kinder und Menschen am Rande der Gesellschaft. Das silberne Jubiläum begehen wir einfach, aber mit großer Freude.

Wenn ich über das Vergangene nachdenke, bin ich bewegt und gerührt von Ihrem Interesse über unsere Arbeit, über Ihre Unterstützung und Hilfe so vielfältiger Art. Während die übrige Welt Madagaskar abgeschrieben hat, stehen Sie uns bei, konsequent und unermüdlich!

Vor kurzem hatten wir Präsidentschaftswahlen auf der Insel. Sie sollten die fünfjährige politische Krise beenden. Während vieler Jahre gab es keine internationale Unterstützung für Madagaskar. Wir können nicht verstehen, warum das ganze malgasische Volk wegen einiger seiner Politiker bestraft wird. Es kann doch nicht sein, dass die internationale Gemeinschaft über uns urteilt und uns alle verurteilt, ohne zu wissen, wie es wirklich bei uns ist. Wir hoffen jetzt alle, dass die neue politische Macht mehr vom Volk ausgeht. Aufgrund der Erfahrungen aber bleiben wir Realisten.

Niemand vermag in der Politik Wunder zu wirken, insbesondere in einem Land, wo schon jahrzehntelang Korruption auf allen Ebenen der Gesellschaft unser Leben bestimmt. Immer mehr gilt die Losung „Rette sich, wer kann!“ oder „Lass alles zum Teufel gehen“. Die Frucht dieses Desasters sind Banditen und Räuber, die wie die Pilze nach dem Regen immer mehr unser aller Leben bestimmen. Niemand jagt sie, die Verantwortlichen für die Ordnung im Land erscheinen, wenn die Gewalttätigen bereits ihr Werk getan haben. Man fragt sich, wie diese Banden zu den Waffen kommen, und warum sie noch dazu die Ärmsten der Armen angreifen? Was wir jeden Tag sehen ist Not, die jedes Maß übersteigt! Und diese Not wächst immer vom Tag zu Tag.

Jetzt ist unsere Hauptstadt Antananarivo mit Bergen von Unrat umgeben. Die Verantwortlichen erklären, es gibt kein Geld für die Abfuhr, sie hätten auch keine notwendigen Fahrzeuge dafür. Die Folgen? Pest! Viele Tote am Beginn des dritten Jahrtausends!

Ökonomisch gesehen ist unser Staat völlig paralysiert. Die Jugend hat keine Arbeit. Viele Jugendliche trinken, nehmen Droge rongony. Menschen werden verrückt. Akamasoa ist zu einer Oase in der Wüste geworden, aber nicht ohne Versuchungen. Auch unsere Jungen träumen von einer Welt, die sie im Fernsehen sehen, von einer Welt mit viel, viel Geld, in der die Menschen alles haben, was ihr Herz begehrt. Diese Welt veranschaulichen auch die wenigen Touristen in unserem Land, und Medien vervielfältigen die Sehnsüchte nach einem besseren, gerechteren Leben.

Wenn ich um die Welt reise, um Hilfe zu erbitten, frage ich mich immer wieder: Warum bleiben gerade wir so tief am Boden? Warum so gewaltige Unterschiede? Das bringt mich dazu, auch Ihnen über den Mut meiner Brüder zu erzählen, über Menschen, die für das tägliche Brot schuften: im Steinbruch oder unseren Werkstätten, für zwei Dollar pro Tag. Deshalb versuche ich jene, die bereit sind, mir zuzuhören, dafür anzuregen, ein wenig zu teilen, wenn sie können oder wollen.

Ich sehe jeden Tag Hunderte von hungrigen Kindern, verwahrlost und ohne jede Hoffnung. Kann ich gleichmütig an ihnen vorbei gehen? Liebe Freunde, glaubt, dass Ihr Beitrag direkt die Ärmsten von ihnen erreicht. Mir ist immer bewusst: Nur gemeinsam können wir etwas bewegen, etwas unglaublich Gutes erreichen. Deshalb bedanke ich mich am Anfang dieses Jahres aus vollem Herzen bei allen, die ihr mich und meine Kinder mit großer Liebe und großer Achtung angenommen habt, bei allen, die bereit sind, im Gebet oder mit anderen Mitteln zu helfen. So bewirken Sie ein Wunder, der Ihrem Bewusstsein und Ihrem Dasein auf dieser Welt Würde verleiht.

Im Namen aller unserer 11 353 Kinder und Jugendlicher, die die Schulen der Akamasoa besuchen, im Namen aller Erwachsenen, die hier auf der Insel versuchen, Licht und Hoffnung zu vermitteln, herzlichen Dank!

Gott segne Sie!

Pedro Pablo Opeka

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Bärbel Lange,
09.02.2014, 07:11
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