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WEIHNACHTSBOTSCHAFT VON PERE PEDRO OPEKA

veröffentlicht um 25.12.2012, 01:37 von Andy Brittain

FÜR KIWANIS  ÖSTERREICH

und madagaskar-und-wir 2012

Liebe Freunde!

Rund um die Weihnachtszeit ist es uns darum zu tun, andere glücklich zu machen und uns an ihrer Freude zu erfreuen. Sobald aber der Heilige Abend vorüber ist, verwandeln sich viele Menschen sogleich wieder in Nehmer, die ihr Glück danach bemessen, was sie für sich selbst anhäufen können.

Aber gibt es überhaupt etwas, das man behalten könnte?

Alles, was wir besitzen, werden wir eines Tages weggeben. Das ist ein Naturgesetz. Die Bäume geben, um weiterleben zu können, denn behalten hieße, ihrem Leben ein Ende zu bereiten.

Es tut meiner Seele gut, den Kiwanis-Gedanken zu kennen: Es ist gut zu geben, wenn jemand darum bittet, aber es ist noch besser, jemandem, der um nichts gebeten hat, alles geben zu können. Denn das große Verdienst gehört nicht dem Gebenden, sondern dem Empfänger, der etwas annimmt, ohne sich als Schuldner zu fühlen.

Der Mensch gibt wenig, wenn er nur über materielle Güter verfügt, die er besitzt. Aber er gibt viel, wenn er sich selber gibt.

Wer so handelt, der öffnet sich. Etwas Neues entsteht, wo zuvor gar nichts war. Denn Geben heißt, aus dem Nichts etwas Gutes zu schaffen. Es bringt etwas Gutes in die Welt, wo vorher gar nichts war. Geben und Teilen ist eine Art Schöpfungsakt. Wo du etwas gibst, entsteht etwas völlig Neues. Zwei Menschen, die noch Augenblicke zuvor in den getrennten Welten gefangen waren, begegnen sich unversehens in diesem schlichten Akt des Teilens, und zwischen ihnen flammt wie aus heiterem Himmel Zuneigung und Freude auf. Die Welt erscheint plötzlich weiter und ein wenig besser, und ein kleines Wunder geschieht.

Schritt für Schritt haben bereits viele Kiwanier aus Österreich auf den Müllhalden Madagaskars und in aller Welt allmählich das Wunder verstehen gelernt. Sie haben Einblicke in das ungeschützte menschliche Herz erhalten, sie haben immer wieder ein aufrichtig glückliches Lächeln zu sehen bekommen, und sie haben menschliche Wärme an Orten begegnet, wo sie sie niemals für möglich gehalten hätten. Und durch die Unterstützung weitblickender Gouverneurs und ihrer vorzüglich redigierten Klub-Zeitschrift haben sie so sie ganz allmählich einen Blick für das entwickelt, was wir alle gemeinsam haben, und das Trennende zwischen uns nicht mehr so hoch bewertet. Sie haben gespürt, dass wir zusammen die Macht haben, im Herzen anderer Menschen Güte zu entzünden, indem wir ihnen selbst mit Güte begegnen.

Ganz besonders den Kindern.

Jetzt kennen wir hier auf der Roten Insel bereits viele Kiwanier persönlich. Wir freuen uns über ihren Besuch. Denn jedes Fleckchen Erde, das wir betreten, hat ein Gedächtnis; deshalb ließen unsere lieben Gäste auf Müllhalden und Steinbrüchen, in den Dörfern und Kirchen, überall wo sie uns besuchten, ein wenig von ihren Herzen und ihrer Seele zurück. Wir alle, insbesondere die Kinder, deren Instinkte und Fühlen im täglichen Überlebenskampf geschärft und noch unverdorben sind, spüren das deutlich und das bereichert uns.

Und wissen Sie, was das Interessante daran war, als wir uns zum ersten Mal in einer Partnerschaft für diese Kinder verbunden hatten? Das hat mir einmal ein Gouverneur etwa so geschildert:

„Wir waren uns alle bewusst, dass dies nicht einmal unsere Vision war. Wir hatten einfach Madagaskar geholfen, seine eigene Vision für sich selbst zu machen! Und dennoch fanden wir uns in einem Meer der Dankbarkeit wieder. Wir hatten Gnade erfahren, indem uns einfach erlaubt war, etwas zu geben. Wir fühlten uns einfach gesegnet, Teil dieser heiligen Aktion gewesen zu sein. Wir hatten das Privileg genossen, teilzunehmen und reine Dankbarkeit war die Belohnung dafür.

Und all dies wurde möglich, weil eine kleine Gruppe von Menschen einen Weg hatte finden müssen, ihrer Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen. Dankbarkeit kann alles möglich machen. Sie hat die Macht, scheinbar unmögliche Visionen Wirklichkeit werden zu lassen. Und sie tut es mühelos, demütig und voller Freude. Dankbarkeit und Gnade. Sie gehen Hand in Hand wie zwei untrennbar Liebende.“

 

Sind sie einmal ein Gebender geworden, dann sind sie nie mehr allein! Denn was wir für uns allein getan haben, stirbt zusammen mit uns – und was wir für andere und die Welt getan haben, bleibt bestehen und ist unsterblich.

 

In tiefer Dankbarkeit mit Gottes Segen für Kiwanis Österreich und madagaskar-und-wir

pere Pedro und die Kinder von den Müllhalden Madagaskars

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